Geschichte, Philosophie und Begriffe

hoch entwickelte Medizin, Prinzipien der taoistischen Philosophie - Nadeln, Moxa, Meridiane, Akupunktur, Qi, Yin und Yang, 5 Elemente, 5 Wandlungsphasen

Die Ursprünge der Akupunktur reichen bis 10 000 v. Chr. zurück, als man begann, mit Steinnadeln Schmerzen zu lindern und Abszesse zu eröffnen. Noch früher wurde bereits die Moxibustion angewandt. Darunter versteht man die Erwärmung von Arealen oder Akupunkturpunkten mittels glimmenden Beifußkrautes (Moxa), wodurch man Schmerzen und Füllezustände ableiten und/oder Energie und Wärme zuführen kann. Die Beobachtung, dass ein Nadelstich oder das Abbrennen einer Moxa meist entlang einer bestimmten Linie ausstrahlt, führte zu der Theorie der Meridiane.

 

Medizin nach den Prinzipien der taoistischen Philosophie

Auf 12 Hauptmeridianen und 8 außerordentlichen Meridianen liegen über 700 Akupunkturpunkte.

Außerdem gibt es noch weitere Akupunkturpunkte in so genannten Mikrosystemen, wie zum Beispiel der Ohr-, Hand-, Mund- und Schädelakupunktur. Daneben gibt es noch Extrapunkte, die außerhalb der Meridiane lokalisiert sind, heute sind etwa 1500 solcher Extrapunkte bekannt.

 

Diese Erfahrungen wurden zu einer hoch entwickelten Medizin ausgebaut, die nach den Prinzipien der taoistischen Philosophie systematisiert wurde. Die wichtigsten Elemente dieser Philosophie sind Qi, Yin und Yang und die 5 Elemente oder 5 Wandlungsphasen.

Wichtige Begriffe in der TCM

Qi

Qi (gesprochen Tschi) wird oft mit „Lebensenergie“ übersetzt, jedoch beinhaltet dieser Begriff viel mehr. Qi beeinflusst Masse und ist Energie, alle Lebensformen sind Ausdruck von Qi, Qi bewegt die Substanzen, wie Blut und Körpersäfte, aber auch der Geist ist eine Erscheinungsform von Qi. Qi transportiert Nahrung und Blut, wandelt Körpersäfte um, kontrolliert den Wasserhaushalt, schützt die Oberfläche, erwärmt und ernährt den Körper und die inneren Organe.

Yin und Yang

Yin und Yang sind die wichtigsten Begriffe in der TCM, sie stammen aus der taoistischen Naturphilosophie. Yin und Yang sind Gegensätze, die aber nur durch die Gegensätzlichkeit des anderen existieren. Zum Beispiel ist der Frühling Yin im Vergleich zum Sommer, aber er ist Yang im Vergleich zum Winter. Yin und Yang sind voneinander abhängig, verbrauchen einander und wandeln sich gegenseitig um. Zum Verständnis folgen einige Zuordnungen:
Yin ist Erde, Mond, Wasser, Materie, Ruhe, das Weibliche.
Yang ist Himmel, Sonne, Feuer, Energie, Bewegung, das Männliche.


Die 5 Elemente oder die 5 Wandlungsphasen

Die 5 Elemente oder 5 Wandlungsphasen sind Grundpfeiler der chinesischen Naturphilosophie. Danach werden alle Naturphänomene den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet und in ihrer Beziehung zueinander betrachtet.

Sie fördern sich gegenseitig, können sich aber auch hemmen oder übermäßig verstärken. Das führt zu Störungen des natürlichen Gleichgewichtes, zu Mangel oder Fülle und Stagnation von Qi, und zu Mangel oder Fülle von Yin und Yang und damit zur Krankheit.


Holz

Holz ist eine Yang-Phase, wächst, entfaltet sich frei, entspricht der Freiheit und Harmonie auf körperlicher und seelischer Ebene, steht für Geburt und Frühling. Zugeordnete Emotion ist der Zorn, entsprechende Organe sind Leber und Gallenblase, zugehöriger Geschmack ist sauer, die Farbe Grün.


Feuer

Feuer ist eine Yang-Phase, wärmt, flackert aufwärts, macht das Charisma, den Intellekt eines Menschen aus, steht für Wachstum und Frühsommer. Zugeordnete Emotion ist die Freude, entsprechende Organe sind Herz und Dünndarm, zugehöriger Geschmack ist bitter, die Farbe Rot.


Erde

Erde ist eine neutrale Phase, steht zwischen den beiden Yang- und Yin–Phasen, empfängt, wandelt um, bildet die Mitte des Menschen, ernährt, steht für Umwandlung und Spätsommer. Zugeordnete Emotion ist das Grübeln, entsprechende Organe sind Milz und Magen, zugehöriger Geschmack ist süß, die Farbe Gelb.


Metall

Metall ist eine Yin-Phase, klärt, schützt, steigt ab, symbolisiert die Körperoberfläche und ist wichtig für den Kontakt des Menschen mit seiner Umwelt, steht für Ernte und Herbst. Zugeordnete Emotion ist die Traurigkeit, entsprechende Organe sind Lunge und Dickdarm, zugehöriger Geschmack ist scharf, die Farbe Weiß.


Wasser

Wasser ist eine Yin-Phase, ernährt, fließt, stellt die Wurzel allen Lebens dar, sorgt für Wachstum und Fortpflanzung, steht für Speicherung und Winter. Zugeordnete Emotion ist die Angst, entsprechende Organe sind Niere und Blase, zugehöriger Geschmack ist salzig, die Farbe Schwarz.